Hallo zusammen,
ich möchte noch einmal auf die Begründung meines Urteils eingehen (https://rookie-racing.eu/ticke…return-in-r1-nach-t1/)und dabei den aktuellen Vergleichsfall von Jakub14 und Muffin heranziehen (https://rookie-racing.eu/ticke…partei-mit-hineingezogen/).
Vorweg möchte ich klarstellen, dass es mir nicht darum geht, meine bereits getroffene Strafe nachträglich ändern zu lassen. Ich möchte vielmehr die Bewertung solcher Situationen besser verstehen, um für zukünftige Rennen Klarheit zu haben und mein Fahrverhalten entsprechend anpassen zu können.
In meinem Fall wurde der Vorfall zunächst als Rennunfall bewertet. Nach dem Einspruch wurde daraus eine Strafe von 10 Sekunden und einem Strafpunkt mit der Begründung:
„Deutsche_ZahnFee hätte auf dem Gras weiter rollen lassen müssen anstatt auf dem nassen Gras gas zugeben. Hätte er weiter rollen lassen wäre es zu diesem Kontakt nicht gekommen.“
Im aktuellen Vergleichsfall von Jakub14 und Muffin wird ebenfalls ein Kontrollverlust mit anschließender Kollision bewertet. Dort kommt die Rennleitung zu dem Ergebnis, dass Jakub durch einen kleinen Fahrfehler die Kontrolle verliert und die anschließende Kollision nicht als schuldhaftes Verhalten zu werten ist.
Als entscheidender Unterschied wird genannt, dass Jakub zum Zeitpunkt des Kontrollverlusts noch nahezu vollständig auf der Strecke war, während ich bereits komplett neben der Strecke war.
Genau hier würde ich gerne besser verstehen, wie die unterschiedlichen Situationen bewertet werden.
In meinem Fall bin ich in T1 der ersten Runde mit weniger Grip als erwartet von der Strecke abgekommen und habe versucht, das Fahrzeug wieder einzufangen. Der kurze Gasstoß war dazu gedacht, die Balance auf die Hinterachse zu bringen und einen Dreher zu verhindern. Wie im Video zu sehen ist, begann das Fahrzeug anschließend zu springen, wodurch ich die Kontrolle verloren habe.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich mich vermutlich auch ohne diesen kurzen Gasstoß gedreht hätte, da das Fahrzeug durch das Aushebeln und den fehlenden Grip bereits sehr instabil war. Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, wie sich das Auto ohne den Gasstoß verhalten hätte. Allerdings sehe ich den Gasstoß nicht als alleinige Ursache für den anschließenden Dreher und die Kollision.
Mit den aktuell vorliegenden Informationen fühlt sich die unterschiedliche Bewertung der beiden Vorfälle für mich ehrlich gesagt sehr inkonsistent an. In beiden Situationen verliert ein Fahrer ungewollt die Kontrolle über sein Fahrzeug und es kommt anschließend zu einer Kollision. Trotzdem wird in einem Fall ein kleiner Fahrfehler als nicht schuldhaft bewertet, während in meinem Fall der Versuch, das Fahrzeug wieder unter Kontrolle zu bringen, als strafwürdiges Verhalten eingestuft wird.
Mir ist bewusst, dass die Situationen nicht vollständig identisch sind und dass die Rennleitung bei der Bewertung Unterschiede berücksichtigen muss. Gerade deshalb würde ich gerne nachvollziehen können, welche konkreten Kriterien hier ausschlaggebend sind.
Daher stellen sich mir für zukünftige Rennen folgende Fragen:
Ab wann wird ein Kontrollverlust als schuldhaftes Verhalten bewertet, wenn ein Fahrzeug neben der Strecke die Kontrolle verliert und anschließend mit einem anderen Fahrzeug kollidiert?
Ist dabei entscheidend, ob sich das Fahrzeug noch teilweise oder bereits vollständig neben der Strecke befindet? Oder wird zusätzlich bewertet, ob der Fahrer den Kontrollverlust durch eine andere Handlung – beispielsweise Weiterrollenlassen statt Gasgeben – hätte verhindern können?
Und wie wird dabei zwischen einem ungewollten Kontrollverlust und einem vermeidbaren Fahrfehler unterschieden?
Denn theoretisch könnte man nahezu jeden Fahrfehler als vermeidbar betrachten. Jeder Fahrer hätte an vielen Stellen früher bremsen, anders lenken oder weniger Gas geben können. Gerade im Rennsport passieren jedoch auch ungewollte Fehler, die nicht automatisch als strafwürdiges Verhalten gewertet werden.
Mich würde deshalb interessieren, welche Kriterien für die Rennleitung ausschlaggebend sind, um zwischen einem normalen, ungewollten Fahrfehler und einem schuldhaften, strafwürdigen Verhalten zu unterscheiden.
Ich möchte die Entscheidung meines Vorfalls nicht infrage stellen, sondern die zugrunde liegenden Maßstäbe besser verstehen. Mir ist wichtig, in zukünftigen Rennen zu wissen, wie ich mich in vergleichbaren Situationen verhalten sollte, um solche Kollisionen möglichst zu vermeiden.
Vielen Dank für eure Zeit und die Klärung.